Bundesgerichtshof bestätigt Schmerzensgeld: BILD muss Jörg Kachelmann 300.000 Euro zahlen

Bundesgerichtshof bestätigt Schmerzensgeld: BILD muss Jörg Kachelmann 300.000 Euro zahlen

Der ehemalige Wettermoderator Jörg Kachelmann 2012 in der Talkshow „Günther Jauch“
Der Axel-Springer-Verlag muss Wettermoderator Jörg Kachelmann Schmerzensgeld zahlen. Der Bundesgerichtshof hat eine Beschwerde des Verlags gegen ein früheres Urteil abgewiesen. Springer prüft nun die Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde.

Im Rechtsstreit zwischen Jörg Kachelmann und dem Axel-Springer-Verlag kann der Wettermoderator mit einem hohen Schmerzensgeld rechnen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wies eine „Nichtzulassungsbeschwerde“ des Springer-Verlags gegen ein früheres Urteil des Oberlandesgerichts Köln aus dem Jahr 2016 ab. Über die Entscheidung, die der Gerichtshof schon am vorigen Dienstag traf, berichtetezunächst die Emder Zeitung. Sowohl ein Sprecher des Springer-Konzerns als auch Kachelmanns Anwalt bestätigten dies am Freitagabend.

Mehr zum Thema – Keine gute Woche für Axel Springer: Protest gegen Gratis-BILD und zwei Niederlagen vor Gericht

Der neue bundesdeutsche Außenminister Heiko Maas beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Den Besuch durfte nur ein einziges Dreh-Team begleiten, jenes von Springers Welt TV, 25. März 2018.

Der ehemalige ARD-Wettermoderator war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. In der Berichterstattung der Bild und einiger Online-Portale des Medienhauses über den Gerichtsprozess sah er seine Persönlichkeitsrechte und seine Intimsphäre verletzt. Er hatte den Springer-Verlag auf Schmerzensgeld verklagt. Das Oberlandesgericht Köln hatte das Medienhaus zu einer Entschädigung von rund 300.000 Euro verurteilt. Eine Revision ließen die Richter damals nicht zu.

Die Bild hatte in der Berichterstattung über den Prozess nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrmals die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt. Unter anderem hielt das Oberlandesgericht Fotos für nicht zulässig, die Kachelmann als Häftling im Gefängnishof zeigten.

Mehr zum Thema – Schlechter Verlierer: Chef der größten deutschen Fake-News-Zeitung hetzt gegen RT

Vom BGH war zu der Entscheidung am Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten. Der Sprecher des Verlags teilte mit: „Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs haben wir mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Wir halten sie für falsch und der Bedeutung der grundrechtlich geschützten Berichterstattungsfreiheit nicht angemessen. Deshalb prüfen wir nun die Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde.“

Laut der Emder Zeitung könnte der 59-Jährige nochmals eine ähnlich hohe Summe bekommen, sollte der BGH im Streit um die Berichte von bild.de gleich urteilen. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: „Kachelmanns erste Schmerzensgeldklage gegen Springer endlich rechtskräftig erfolgreich!“

Ralf Höcker@Ralf_Hoecker

300.000 Euro: Kachelmanns erste Schmerzensgeldklage gegen Springer endlich rechtskräftig erfolgreich! Bundesgerichtshof weist Beschwerde von Springer zurück. Zweite Entscheidung gegen Bild online in ähnlicher Höhe steht noch aus. Emder Zeitung: https://www.emderzeitung.de/aus-aller-welt/vermischtes/~/kachelmann-ist-vor-gericht-erfolgreich-729502 

Kachelmann ist vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich – Emder Zeitung

Die Verlag Axel Springer scheitert mit dem Versuch, die Schmerzensgeld-Höhe begrenzen zu lassen. Nach Ansicht des Gerichtes habe der Verlag in seiner Berichterstattung über den Prozess Kachelmanns…

Beitrag teilen....Share on FacebookShare on VKShare on Google+Tweet about this on Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.