Von PETER BARTELS | Einer ist aus der Türkei … Einer aus Tschechien … Einer aus dem Libanon … Keiner ist in Deutschland geboren. Und doch lieben alle drei Deutschland! Leidenschaftlich. Obwohl Deutschland keinem einzigen von ihnen auch nur einen Pfennig zahlt. Im Gegenteil. Eine PI-NEWS-Serie in drei Teilen (hier Teil 1: Pirinçci).

Petr Bystron wurde in Olmütz geboren. Klingt deutsch? War auch mal deutsch, lange vor den Nazis. Noch länger davor soll es sogar Caesar gewesen sein, der das heute tschechische Olomouc einst gründete, das die Römer zum großen Heerlager ausbauten. Bis die Germanen kamen. Ein paar hundert Jahre später die Slaven, die Katholen, die Schweden. Dann die Preußen, die Habsburger (Böhmen & Mähren mit dem braven Soldaten Schwejk). Schließlich die Nazis (wo waren die nicht?). Die wurden aber Gottseidank nicht erst nach „Tausend Jahren“, sondern schon nach sechs zum Teufel gejagt. 1945/46 wurden dann auch die Deutschen im Lande enteignet und vertrieben. Dann kamen die sozialistischen Plattenbauten, die von der herrlichen Altstadt mit den schönen Kirchen zwar auf Abstand gehalten wurden, aber die Diktatur des Proletariats machte aus Böhmen & Mähren (Tschechien und Slowakei) sogleich die „Tschechoslowakei“. Die fegten im Eishockey zwar wiederholt die Sowjets vom Eis, verjagten zugleich aber nicht nur legendäre Freiheitshelden wie Alexander Dubcek, sondern auch viele Bürger in die Freiheit nach Westen (Schlager-Gott Karel durfte irgendwie immer „um die goaanze Welt“). Die Eltern von Petr Bystron nicht. Die mußten fliehen. Und da stand der 15jährige Bengel 1987 nun in München, Asylant, aber endlich frei.

Quelle: Pirinçci, Bystron, Karim – sind diese 3 Migranten die letzten Deutschen? | PI-NEWS