TÜRKEI-RUNDREISE DES PROJEKTS „JUGENDBRÜCKE“ MIT TREFFEN IM PRÄSIDENTENPALAST

DITIB: „Oberster Heerführer“ Erdogan

Für den deutsch-türkischen Moscheeverband DITIB ist der Türkei-Präsident Erdogan der „oberste Heerführer“

Von MICHAEL STÜRZENBERGER |

Der deutsch-türkische Moscheeverband DITIB plant in den Osterferien vom 24. bis 31. März eine Rundreise für „junge Erwachsene“ durch die Türkei. Dabei treffen sie als „Höhepunkt“ im Präsidentenpalast Recep Tayyip Erdogan, den sie „Baskomutan“ nennen, was auf deutsch „oberster Heerführer“ bedeutet. Für die Veranstaltung wird bundesweit in den Koranbunkern der DITIB geworben. Selbst der grüne Islamversteher Volker Beck übt laut Welt scharfte Kritik an dem Projekt:

Der Grünen-Politiker Volker Beck, Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum, sprach laut dem Bericht von „nationalistischer Staatspropaganda der Ditib“, vor der die deutsche Politik nicht länger die Augen verschließen dürfe. „Die Ditib agiert immer deutlicher wie ein trojanisches Pferd. Außen Religion, innen der türkische Staat und Erdogan“, sagte Beck.

Der Grüne scheint sich langsam zu einem Experten in Sachen DITIB zu mausern. In der FAZ wird seine Kritik noch umfangreicher wiedergegeben:

„Jugendliche und junge Erwachsene unter dem Deckmantel der Religion auf den ‚Heerführer‘ in Zeiten des völkerrechtswidrigen Kriegs gegen die Kurden auszurichten, ist nur ein weiterer Mosaikstein“ im Agieren der Ditib, sagte Beck. Zum Gesamtbild gehöre auch der Vortrag der „Fetih-Sure“ in Ditib-Moscheen. Mit diesem „Der Sieg“ betitelten Koranabschnitt hatte die der Ditib vorgesetzte türkische Religionsbehörde Diyanet im Januar zum Gebet für einen Erfolg der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden aufgerufen.

Beck kritisierte überdies die Verbreitung von Kriegsvideos durch Ditib-Moscheen in den sozialen Netzwerken. Er forderte, die Kooperation des deutschen Staats und seiner Institutionen mit der Ditib auf den Prüfstand zu stellen. Das Land Hessen müsse seine Anerkennung der Ditib als Religionsgemeinschaft zurücknehmen und „endlich seine Geheimgutachten hierzu veröffentlichen“.

Bei der Rundreise gedenken die türkischen Jungmoslems den siegreichen Schlachten der osmanischen Islam-Heere gegen die Ungläubigen, in deren Zuge die vormals christliche Türkei erobert und blutig islamisiert wurde. Zudem sind sie ganz stolz auf die Kriegszüge des Ersten Weltkrieges gegen Briten und Franzosen. Hierzu ist in der FAZ zu lesen:

Die geplante Reise wird für Studenten zu einem Gesamtpreis von 399 Euro angeboten, regulär kostet sie 885 Euro und führt unter anderem auch nach Canakkale, Schauplatz einer siegreichen Schlacht der Osmanen gegen Briten und Franzosen im Jahr 1915. Die Tour ist Teil des „Projekts Jugendbrücke“, dem Kritiker die politische und ideologische Indoktrinierung von Jugendlichen vorwerfen. Dafür würden die Strukturen der Ditib instrumentalisiert.

Bezeichend, dass die DITIB-Verantwortlichen auf Presseanfragen nicht reagieren und auf Tauchstation gehen, wie der Kölner Stadt-Anzeiger meldet:

Ein Vertreter der Ditib in Leverkusen sagte, er habe sich das Programm „nicht so genau angeschaut“ und kenne sich „nicht so genau aus“. Der Organisator der Reise, Abdullah Ates, der nach eigenen Angaben im Auftrag der Kölner Ditib-Zentrale tätig ist, wollte eine Anfrage zunächst nicht am Telefon, sondern nur persönlich beantworten, lehnte direkt danach aber jede Stellungnahme ab und verwies auf die Verbandszentrale. Deren Sprecherin, Ayse Aydin, stand für eine Anfrage nicht zur Verfügung und erklärte Generalsekretär Bekir Alboga für zuständig, der eine Anfrage jedoch unbeantwortet ließ.

Der Organisator der Reise, Abdullah Ates, der nach eigenen Angaben im Auftrag der Kölner Ditib-Zentrale tätig ist, lehnte auf Anfrage der Zeitung eine Stellungnahme ab und verwies auf die Verbandszentrale. Diese ließ eine Bitte um Stellungnahme am Sonntag unbeantwortet.

So langsam dämmert es auch dem gutmütigsten Buntmichel, mit was man es bei der DITIB zu tun hat: einem trojanischen Pferd, das zur islamischen Unterwanderung in Europa installiert wurde. Mit dem langfristigen Ziel der Machtübernahme.

Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, sollten Türken in Europa auch nicht nur drei, sondern fünf Kinder in die Welt setzen. Der Tagesspiegel erinnert in dem Zusammenhang auch an die Spionage-Affäre der Imame:

Ditib steht seit längerem in der Kritik. Ende 2016 hatten Recherchen aufgedeckt, dass die türkische Religionsbehörde Diyanet Ditib-Imame in Deutschland anwies, Informationen über Anhänger des Predigers Fetullah Gülen nach Ankara zu schicken. In der Folge wurde dem Verband die finanzielle Unterstützung gekürzt.

Für jeden Islamkritiker, der sich schon länger mit Erdogan beschäftigt, sind diese Entwicklungen schon seit zwei Jahrzehnten vorhersehbar. Der überzeugte Moslem trat schon in jungen Jahren für den kriegerischen Aspekt des Islams offen ein. An seine öffentliche Ankündigung aus dem Jahre 1998 ist immer wieder zu erinnern, denn er setzt sie in der Türkei jetzt Zug um Zug um. Als Bürgermeister von Istanbul verkündete er:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

In der damals noch durch den Islamgegner Atatürk laizistisch geprägten Türkei wurde er hierfür zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Danach fraß er zu seinem Schutz Kreide und zog sich öffentlich eine demokratische Tarnkappe über. Jetzt fällt die Maske immer mehr. Schon im Februar 2010 sprach er in Ankara von der „Weltmacht Türkei“ und lud türkischstämmige Politiker aus ganz Europa zu der Großveranstaltung ein. Auf der Bühne prangte eine Weltkarte, in die ein überdimensionaler Baum mit der türkischen Landesflagge hineingewachsen ist:

Erdogan will die Türkei mit einem „effektiven Regierungssystem“ wie Nazi-Deutschland ausstatten, was er Anfang 2016 verkündete. Als Islamfaschist sieht er auch in Adolf Hitler ein großes Vorbild. Kein Wunder, schließlich schmiedete Hitler mit dem Großmufti von Palästina den Nazi-Islam-Pakt. Der Hitler-Verehrer und National-Sozialist Karl Richter wiederum lobt Erdogan für seine diktatorischen Maßnahmen, da sie den Interessen seines Landes dienten:

Westliche Spatzenhirne und Gutmenschen tun im übrigen auch sonst gut daran, die Kritik an Erdogan herunterzuschrauben. Ein Staatschef, der kompromißlos nationale Interessen durchsetzt, ist grundsätzlich erst einmal etwas Gutes.

National-Sozialisten in Solidarisierung mit Islam-Faschisten. Wer sich zu einem gesunden Patriotismus, der parlamentarischen Demokratie und zu unserem Grundgesetz bekennt, sollte sich von solchen totalitär tickenden Figuren unbedingt strikt fernhalten.