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ÖZIL/GÜNDOGAN BLAMIEREN DIE DFB-OPPORTUNISTEN

Die verlorene Ehre der „Nationalmannschaft“

Von WOLFGANG HÜBNER |

Die aktuelle Aufregung und Empörung selbst in den linksgrünen Medien über den denkwürdigen Fototermin der DFB-Auswahlspieler Özil und Gündogan und deren Nominierung in den WM-Kader kann niemand teilen, der schon länger den Weg der einstigen deutschen Nationalmannschaft zu einer Selbstvermarktertruppe namens „Die Mannschaft“ verfolgt hat. Vielmehr besteht echter Grund zur Dankbarkeit an Özil und Gündogan, deren Auftritt mit Kalif Erdogan, dem Präsidenten ihrer Herzen und Wurzeln, geradezu ideal und dazu noch zum maximal besten Zeitpunkt kurz vor dem WM-Turnier in Russland gezeigt hat, wie verlogen es nicht nur in Deutschlands beliebtester Sportart, sondern im ganzen Land zugeht.

Gnadenlos, ohne die geringsten Bedenken, haben die beiden passdeutschen Kicker die gesamte schleimige Riege der Opportunisten im DFB von Verbandspräsident Reinhard Grindel bis Teammanager Oliver Bierhoff bloßgestellt. Letzerer, offenbar doch von zu vielen Kopfbällen in seiner Karriere geschädigt, entblödete sich sogar nicht zu dieser Äußerung: „Die beiden waren sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst“. Allein für diesen blamablen Rettungsversuch des offenbar doch gar nicht so smarten Bierhoff müsste ihm sofort das DFB-Amt entzogen werden.

 Denn selbstverständlich waren sich sowohl Özil als auch Gündogan der Symbolik dieses Zusammenseins mit ihrem „verehrten Präsidenten“ ebenso bewusst wie der Symbolik ihres Nichtmitsingens der Nationalhymne vor Länderspielen. Die inzwischen erfolgten Relativierungen und Beschönigungen des Auftritts sind nichts als schnell verfasste, total verlogene Texte von sogenannten Medienberatern, die für gutes Honorar um Schadensbegrenzung für die beiden Multimillionäre bemüht sind. Doch die Bilder mit Erdogan sind in der Welt, sie werden künftig jedes Spiel der „Mannschaft“ begleiten.

Wenn es noch eine deutsche Nationalmannschaft gäbe, wäre der umgehende Ausschluss von Özil und Gündogan aus dieser überhaupt kein Thema, sondern ein Automatismus. Doch der DFB hat seit Jahren mit immer neuen Kampagnen dafür gesorgt, dass möglichst wenige Menschen im Land des viermaligen Weltmeisters auch nur den Gedanken wagen, an der Loyalität zu Deutschland bei all den immer mehr passdeutschen Spielern in den Auswahlmannschaften des Verbandes zu zweifeln. Allerdings hatte diese DFB-Politik zur Grundlage, dass die Özil, Gündogan, Mustafi und andere wenigstens so taten, als erfülle sie ihr von Millionen beneidetes Privileg, das Trikot von Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger zu teilen, wenigstens mit etwas Stolz.

Diese Illusion ist jetzt spektakulär geplatzt. Und selbst Grindel, der adrette Jogi sowie die ganze nun mit in tiefe Verlegenheit gestürzte Berliner Politikblase, werden größte Mühe haben, dem entgeisterten Publikum zu erklären, das alles sei halt nur ein kleiner Ausrutscher gewesen, jetzt müssten sich aber ganz schnell alle Augen auf die Titelverteidigung in Russland beim bösen Putin richten. Doch für solche Ablenkemanöver ist es zu spät. Denn dank Özils und Gündogans Ergebenheitsadresse an ihren wahren Präsidenten weiß nun jeder, der es nur wissen will: Mit diesen beiden und all den anderen in ihrem Geist wird es vielleicht irgendeine DFB-„Mannschaft“ der Millionenabsacker, aber gewiss keine Nationalmannschaft mehr geben.

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