NEUER „BEEF“ RUND UM DEN „ECHO“

Die Geissens schießen gegen Kollegah und Farid Bang

Spricht aus, was viele denken – Robert Geiss.

Von OLIVER FLESCH |

Die Seifenoper um den Musikpreis „Echo“ für die antisemitischen und selbsternannten Gangster-Rapper Felix Blume („Kollegah“) und Farid Hamed El Abdellaoui („Farid Bang“) geht weiter. Die „Geißens“, so eine Art deutsche Adams Family in echt, und der Beatles-Wegbegleiter Klaus Voormann sind die Gaststars der neuen Staffel.

Die Abschlussfolge der letzten Staffel endete mit einem grandiosen Cliffhanger: „Kolle“ will den Juden eine Stadt schenken! Ach nee, Moment, das war ein anderer Antisemit, Kolle macht’s ein bisschen kleiner und lädt seine jüdischen Mitbürger ein, seine Konzerte kostenlos zu besuchen.

 Das ist in etwa so, als würde man Deutschtürken aufs Sommerfest der NSU einladen, und überhaupt: Gewohnt ohne Fingerspitzengefühl bedient der Deppenrapper mal wieder schööön das Klischee vom Juden, der gern mal was spart.

Auf die Antwort zur Frage, wie die Öffentlichkeit auf Kollegahs misslungene Versöhnungsgeste reagieren wird, mussten wir Zuschauer 24 Stunden warten. Doch das Warten lohnte sich! Gleich in der ersten Folge der neuen Staffel überschlugen sich die Ereignisse …

– Der jüdische Komiker Oliver Polak kommentierte Kollegahs freien Eintritt für „jüdischstämmige Hörer“ gewohnt scharfzüngig: „Antisemitische Musik umsonst gegen Vorlage eines Judensterns. Auszug aus Ägypten, Holocaust, und jetzt sollen alle Juden noch kostenlos auf Kollegah-Konzerte und mit ihm chillen? Wie viel Leid soll ein Mensch ertragen?“

– Klaus Voormann gab aus Protest seinen „Echo“ zurück! Klaus wer? Ja, genau. Voormann kannte mal die Beatles und war mitverantwortlich für diese lächerlichen „Pilzkopf“-Frisuren.

– Carmen Geiss, bekannt aus der RTL2-Doku „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“, sprach aus, was halb Deutschland denkt, aber öffentlich nicht sagen mag: „Kranker Mensch! Deutschland geht unter mit dir und mit Deiner bescheidenen Musik. Denn du, Farid Bang, bist eine arme Seele und wirklich eine kranke Person, die nicht nur ein Frauenverachter, sondern ein Deutsch-Hasser ist!“

Daraufhin krochen die üblichen Verdächtigen aus ihren Löchern, gerade mal 16, 17, 18 Jahre alt, und drohten Carmen auf ihrer Facebook-Seite mit dem Tode: „Wenn ich dich sehen würde, würde ich dich abstechen“.

Das ließ sich Carmen nicht zweimal sagen: „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und werden gegen die Verfasser der Drohungen Strafanzeige stellen. Das sind genau die Leute, die mit den Messern in den Schulen rumlaufen und die Leute abstechen.“

Recht so. Einer der Halbstarken hat sich inzwischen bei Carmen entschuldigt. Wahrscheinlich wurde ihm von seiner Mutter der Lausekopf gewaschen. Carmen nahm die Entschuldigung an und zog die Anzeige zurück.

Aber was wäre eine Seifenoper ohne einen weißen Ritter? Er heißt Ritter ROOOOOOOOBERT und ist Carmens Mann. Auf seiner Instagram-Seite schrieb er: „Die ganzen Ausländer, die uns so beschimpfen, in Deutschland alle ihre Gelder beziehen, warum seid ihr denn noch dort? Ihr könnt alle in euren Ländern ficken, die ihr wollt! Das müsst ihr nicht mit unseren Frauen tun. Macht das mit euren eigenen Frauen!“

Starke Worte, die eigentlich einen Aufschrei des Gutmenschentums hätte nach sich ziehen müssen. Mindestens ein „DIE GEISSENS MÜSSEN SOFORT ABGESETZT WERDEN!“ wäre doch wohl zu erwarten gewesen. Doch die Gutis stecken gerade in einem Dilemma. Wer sich in diesen Tagen gegen die vermeintliche „Nazi“-Familie Geissen ausspricht (deren Töchter auch noch blonde Haare haben!), ist automatisch auf der Seite der antisemitischen Rapper.

Schon herrlich absurd, diese Seifenoper. Und auch sehr vielsagend. So übel Zeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ auch sind (plus das ganze judenhassende Gedöns von Kollegah und Bang, das da noch obendrauf kommt), es ist schon bemerkenswert, wie sich das Gutmenschentum über sowas echaufieren kann, andererseits aber feige schweigt, wenn Mädchen und Frauen von (genau denselben judenhassenden) Muslimen in Deutschland abgeschlachtet werden.

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