Halle (Saale) –

Es ist noch keine drei Jahre her, als die Landesregierung erstmals eine einstellige Arbeitslosenquote feierte. Im Oktober 2014 wies die offizielle Statistik 9,8 Prozent aus. Mit 114 528 arbeitslosen Frauen und Männern wurde zudem die niedrigste Zahl seit 1991 registriert. Die höchste hatte es laut Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im Februar 1998 gegeben. Damals waren 312 029 Sachsen-Anhalter offiziell arbeitslos. Die Quote lag bei 23,4 Prozent

Die tatsächlichen Zahlen waren weit größer, denn zu den nach internationalen Maßstäben offiziellen Zahlen, kam und kommt noch eine große Zahl von Menschen, die in Fortbildungen oder Beschäftigungsmaßnahmen stecken oder im – zwangsweisen – Vorruhestand sind.

Über die Zählweise mag man streiten. Doch auf Basis vergleichbarer Zahlen hat Sachsen-Anhalt nun den nächsten Meilenstein erreicht. Mit 7,9 Prozent wurde im September erstmals eine Arbeitslosenquote unter acht Prozent erreicht.

Niedrige Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt: Das sind die Gründe für die guten Zahlen

Eckhard Jäckel

Eckhard Jäckel

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Das Wunder steht auf drei Säulen: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt. Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sind zielgerichteter geworden. Und die demografische Entwicklung nimmt viel Druck vom Arbeitsmarkt.

Letzterem kommt eine besondere Bedeutung zu, denn es sind die geburtenstarken Jahrgänge, die nun das Rentenalter erreichen. Das heißt, es werden nicht nur viele Arbeitsplätze frei, sondern es gehen auch viele ältere Arbeitslose in den Ruhestand. Die nachrückende Generation ist zahlenmäßig viel kleiner. Darin steckt, bei aller Freude über den Rückgang der Erwerbslosigkeit, Zündstoff: Wer wird künftig die Arbeit in den Firmen des Landes leisten? Die große Zahl unbesetzter Lehrstellen zeigt bereits die Lücken.

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