VIELFACH LAUTSTARKER WIDERSTAND

Lückenpresse kann Proteste gegen Merkel nicht mehr ausblenden

Merkel-muss-weg-Protest beim Auftritt in Ludwigshafen am Rhein

Von MARKUS WIENER | Egal ob diese Woche in Bitterfeld-Wolfen, Brandenburg an der Havel, Ludwigshafen oder Erlangen: Die Proteste gegen Merkels Wahlkampftour reißen nicht ab, wie auch heute wieder auf PI-NEWS dokumentiert wurde. Überall wird Merkel mit gellenden Pfeifkonzerten, Buhrufen und Protestplakaten empfangen. Selbst die geflissensten Hofberichterstatter der Lücken- und Lügenpresse können das nicht mehr ausblenden.

„Pfiffe und Merkel-muss-weg-Rufe: Wie die Kanzlerin Wut und Hass verkraftet“, titelt z.B. Focus Online ganz mitfühlend. Eher empört klingt dagegen der Internetauftritt der Nürnberger Nachrichten / Nürnberger Zeitung: „Pfiffe und Rufe stören Merkel-Auftritt in Erlangen“ – hoppla, Majestätsbeleidigung, wo kämen wir denn da hin …

Zur besonderen Situation in den neuen Bundesländern stellt die WELT unter der Überschrift „Pfiffe gegen Angela Merkel in der AfD-Hochburg“:

Der Wahlkampf in Ostdeutschland wird für Kanzlerin Merkel mehr und mehr zum Spießrutenlauf: In der AfD-Hochburg Bitterfeld-Wolfen wurde sie mit Buhrufen und Pfiffen empfangen … Ostdeutschland bleibt für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Wahlkampf ein schwieriges Pflaster.

Ungastliches Pflaster für Merkel 

Wie schwierig dieses Pflaster inzwischen tatsächlich ist, zeigt ein Blick in die Berichte der Lokalzeitungen bei den letzten Wahlkampfstationen von Merkel. So titelt die Märkische Allgemeine unverblümt „Heftiger Protest schlägt Merkel entgegen“, um dann ungeschönt in die Details zu gehen:

Der Wahlkampfauftritt der Kanzlerin Angela Merkel zu Gunsten ihrer Parteifreundin Dietlind Tiemann (CDU) mit dem auch die Volksinitiative gegen die Kreisgebietsreform neuen Schwung bekommen soll, wurde überschattet unerwartet heftigen Protesten, die zwar weitgehend friedlich blieben aber für erheblichen Ärger sorgten … Die Oberbürgermeisterin und CDU-Direktkandidatin Dietlind Tiemann kann ihren grenzenlosen Ärger über die Störungen nicht verbergen. „Diejenigen, die hier pfeifen, haben das Loch auf dem Neustädtischen Markt nicht geschlossen. Die Gastfreundschaft in dieser Stadt ist sonst eine ganz andere. Die Störer kommen von außerhalb.“

Glaubt sie. Unter denen, deren Geschrei und Gepfeife 40 Minuten lang nicht abreißen wird, stehen auch Leute wie der ehemalige Stadtverordnete Tobias Dietrich aus Kirchmöser … Freie-Wähler-Stadtverordnete Marlis Eichhorn schüttelt über die Störer den Kopf: „Es ist zum Fremdschämen, nur Bekloppte.“ Der CDU-Mann Peter Kaudasch pflichtet ihr bei und glaubt an die „Die-kommen-von-anderswo-These“. Der SVV-Vorsteher Walter Paaschen (CDU) ist ziemlich außer sich. Er sieht die Demokratie in Gefahr. Denn von der Rede Merkels, die ebenso stoisch wie souverän ihre Text zur Lage der Nation mit voller Lautstärke über den Platz ruft, ist an vielen Stellen kaum zu verstehen. Insbesondere, dass die Polizei nicht härter durchgreift, bringt Paaschen auf die Palme. Die Gesichter von Ingo Senftleben und Dietlind Tiemann, die hinter Merkel stehen, sind vereist. [Anm. PI: Fehler im Text wurden aus dem Original übernommen.]

Aber auch die großen Nachrichtenagenturen wie z.B. die DPA kommen nicht umhin, über die gespaltene Stimmung in der Bevölkerung zu berichten – Pfiffe und Applaus für Merkel in Erlangen:

Erlangen (dpa) – Erneut ist ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel von Buh-Rufen und Pfiffen überschattet worden. In Erlangen in Mittelfranken gab es zwar viel Applaus für die CDU-Chefin, doch skandierten einige Demonstranten «Hau ab» und «Merkel muss weg.» Die Kanzlerin reagierte in ihrer Rede darauf: «Ich glaube nicht, dass man durch Schreien und Pfeifen die Welt zum Besseren verändert.» Einige Demonstranten hielten ein Transparent mit dem AfD-Schriftzug in die Höhe. Zuvor hatten Demonstranten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen Merkel mit Buh-Rufen empfangen.

Last but not least interessieren sich natürlich auch ausländische Medien für den Liebesentzug vieler Bürger für Merkel. Gerade bei Medien aus Ländern, die ihrerseits bei jeder noch so kleinen oppositionellen Regung mit freudig-erregtem deutschem Interesse leben müssen, ist dabei eine gewisse Schadenfreude zu spüren:

Wieder Pfiffe und Buhrufe – Proteste pflastern Merkels Wahlkampftour durch Deutschland oder Merkel bei Wahlkampfauftritt minutenlang ausgepfiffen lauten da zum Beispiel aktuelle Meldungen aus dem deutschsprachigen Angebot russischer Medien.