Zukunft: Gott wird Roboter

Gott ist ein Bot - Jouwatch Bildmontage

Gott ist ein Bot – Jouwatch Bildmontage

Der ehemalige Google Star-Entwickler Anthony Levandowski ist im Augenblick vor Gericht gefragt. Der im Sommer geschasste Leiter des Roboterauto-Programms von Uber steht im Mittelpunkt einer Klage seines Ex-Arbeitgebers Google, der ihm den Diebstahl von  Know-how vorwirft.

Von Bianca Hoekstra

Unbeeindruckt dessen, hat sich der geistige Vater von Google Street View einer neuen Aufgabe verschrieben. Er betätigt sich als Religionsstifter und entwickelt einen künstlichen Gott.

In Kalifornien hat er nun offiziell die Glaubensgemeinschaft „Way of the Future“ registrieren lassen. Ziel seiner neuen Religion ist „die Verwirklichung einer Gottheit auf der Basis Künstlicher Intelligenz zu entwickeln und zu verbreiten“ sowie „durch das Verständnis und die Anbetung der Gottheit zur Verbesserung der Gesellschaft beizutragen“.

Levandowsi, wie viele andere Propheten auch, fiel in seinem Leben bisher weniger als Heiliger auf. Bei der Google-Mutter „Alphabet“ baute er unter anderem „Waymo“ mit auf, anschließend gründete er das Start-up „Otto“ für autonome Lastkraftwagen und war später bei dem Fahrdienst „Uber“ tätig. Im Sommer dann die Kündigung. Ihm wird vorgeworfen, vertrauliche Dokumente von „Waymo“ mitgenommen zu haben. Ihm droht eine Haftstrafe, sollte Google weiter Druck im Prozess machen.

Das alles scheint Anthony Levandowski jedoch nicht zu bremsen. Seine Vision für eine Religion, die sich auf eine Gottheit aus Künstlicher Intelligenz konzentriert, hat sich seit Beginn des Projekts 2015 weiter entwickelt.

Autor und Futurist Yuval Noah Harari äußerte sich dazu, dass er fest daran glaubt, dass eine Evolution der Religionen unvermeidbar ist. Er ist der Ansicht, dass solche Ideen ein logisches Produkt der Zeit sind, in der wir leben.
„Darum waren Götter in der Landwirtschaft anders als Götter bei Jägern und Sammlern, darum dachten Fabrikarbeiter und Bauern an unterschiedliche Paradiese und deshalb ist es wahrscheinlich, dass revolutionäre Technologien zu beispiellosen, religiösen Bewegungen führen werden, anstatt mittelalterliche Glaubensbekenntnisse wieder zum Leben zu erwecken.“

Extreme Futuristen wie Ray Kurzweil haben die Religion mit dem Glauben an die Eigenständigkeit einer technologischen Singularität ersetzt. Tesla-Günder Elon Musk und seine Kollegen sind jedoch nicht so zuversichtlich. Sie sehen darin eine Gefahr für die Menschheit, der man begegnen muss und halten Künstliche Intelligenz potenziell für gefährlicher als Atombomben. Elon Musk verglich den Aufstieg einer Künstlichen Intelligenz mit dem Beschwören eines Dämons.
Auf einer Konferenz 2014 warnte er: „… in all diesen Geschichten, wo ein Kerl mit Pentagramm und Weihwasser auftaucht, ist er sich sicher, dass er den Dämon kontrollieren kann, kann es dann aber doch nicht.“

Es bleibt schwierig abzuschätzen, in wie fern künstliche Intelligenz Einfluss auf unsere Überzeugungen nehmen wird, sei es in Form einer höheren Macht oder einer, die man an Strom anschließen kann.

Neu-Religionsstifter Anthony Levandowski jedenfalls gibt sich optimistisch,  was das Jüngste Gericht angeht: „Wir werden die Welt übernehmen, Roboter für Roboter.“

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