Wie supranationale Institutionen die soziokulturelle Zerstörung Europas betreiben

 

Foto: Durch meunierd/Shutterstock

Burkaträgerinnen (Symbol bild: Durch meunierd/Shutterstock

Globalkapitalistische Migrationspolitik und multikulturalistischer Gesellschaftsumbau

Von Hartmut Krauss

Einleitung

Bis zum Zusammenbruch des sowjetisch hegemonierten Ostblocks 1989/1991 dominierte in der politischen Öffentlichkeit das bipolare Blockdenken im Sinne des Ost-West-Gegensatzes. Die Eigenständigkeit von Herrschaftskulturen sowie widersprüchliche Strukturen, Konstellationen und Problemfelder, die sich nicht in dieses Deutungsschema pressen ließen, blieben ausgeblendet oder zumindest unterbelichtet.

Nach dem sog. Ende des Kalten Krieges und der Phase des Triumphkapitalismus verschaffte sich dann aber wieder schnell die latent gebliebene Dialektik der realgesellschaftlichen Entwicklung Geltung. An Stelle der bipolaren Konfliktstruktur zeigte sich nun eine multipolare Konflikthaftigkeit im Rahmen der neuen Weltunordnung; der „Kampf der Kulturen“, und hier insbesondere der objektive Gegensatz zwischen westlich-spätmoderner und religiös-vormoderner Lebensordnung wurde jetzt offensichtlich; es bildete sich der asymmetrische Krieg zwischen dem modernisierungsfeindlichen islamischen Djihadismus und der säkularen Moderne heraus etc.

Mit der Beseitigung des „Eisernen Vorhangs“ fiel aber auch die letzte und wesentliche Globalisierungsbarriere der Kapitalexpansion und verschaffte den Global Players neue profitlogische Strategie- und Handlungsräume im Sinne der Eroberung neuer Absatzmärkte, neuer Möglichkeiten des Kapitaltransfers, der Rekrutierung von Arbeitskräften (Verbilligung des variablen Kapitals) sowie generell der Implementierung kapitalistischer Reproduktionsstrukturen. Dennoch ist es falsch, in Form eines ökonomistisch-mechanistischen Determinismus das aktuelle Elend der Welt überall und ausschließlich als unmittelbares/unvermitteltes Resultat ‚metropolenkapitalistischer‘, also westlicher Herrschaftsstrategien zu deuten. D.h.: in diesem einseitig-falschen Denkrahmen werden alle sozialen Missstände, Ungerechtigkeiten und Unmenschlichkeiten in nichtwestlichen Ländern als direkter Ausfluss der kapitalistischen Globalisierung betrachtet. Ausgeblendet bleibt dabei in diesem eindimensionalen Verursachungsmodell die eigenständige Wirkungsmacht ‚prämoderner‘ lokaler nichtwestlicher Herrschaftskulturen, Legitimationsideologien und Repressionsverhältnisse beim Zustandekommen und bei der Verfestigung unmenschlicher Lebensverhältnisse2. Diese Ignoranz gegenüber autochthonen Herrschafts- und Repressionsstrukturen reicht oftmals bis zur direkten Apologetik traditioneller Unterdrückungsverhältnisse, wenn diese sich nur irgendwie antiwestlich artikulieren. D.h.: Der Antiglobalisierungsdiskurs ist vielfach blind gegenüber dem verbreiteten Phänomen des von reaktionären Kräften getragenen ‚Antikapitalismus/Antiglobalismus von rechts‘. Unterschritten wird damit die bereits deutlich ausgesprochene Einsicht, dass die Zielsetzung einer emanzipatorisch-herrschaftsfreien Gesellschaft heute von zwei Seiten bedroht ist: Einerseits durch global agierende Konzerne, die das gesamte gesellschaftliche Leben den Gesetzen der profitorientierten Marktwirtschaft unterwerfen wollen, und andererseits durch vormodern- religiöse (islamische) Kräfte, die eine neototalitäre Gewaltherrschaft gestützt auf die absolute Gültigkeit sog. göttlicher Gesetze anstreben oder aber repressiv-islamische Diktaturen verteidigen.

Zur grundlegenden Widerspruchsdynamik der globalen Gesellschaftsentwicklung

Der grundlegende Widerspruch der ökonomisch zunehmend enger verflochtenen, aber gleichzeitig politisch-herrschaftskulturell multipolar und fragmentiert bleibenden ‚Weltgesellschaft‘ ist die Diskrepanz zwischen wachsender Erdbevölkerung (von derzeit 7,141 -2005: 6,1- auf 9,731 Milliarden Menschen 2050) bei gleichzeitiger Verknappung substanzieller Lebensgüter wie Wasser, Nahrung, Wohnung, Energie, auskömmliche Arbeitsplätze, Bildung, Gesundheitsversorgung etc. So verbrauchten die Menschen schon nach der Jahrtausendwende laut einem Bericht des World Wide Fund for Nature (WWF) jährlich rund 20 Prozent mehr natürliche Ressourcen, als die Erde an Naturschätzen produziert bzw. regenerativ hergibt. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas war bereits von 1961 bis 2001 um fast 700 Prozent gewachsen, während die Bestände von Land-, Süßwasser- und Meerestierarten von 1970 bis 2000 durchschnittlich um 40 Prozent zurückgegangen waren. Gemessen an Landverbrauch, Umweltverschmutzung, Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß erwiesen sich die Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von den USA, Kuwait, Australien und Schweden als die größten Umweltsünder. Ein erhöhter Druck auf die Ressourcen ergibt sich gegenwärtig aus dem Anstieg des Energieverbrauchs in Asien, vor allem in China und Indien. Wenn nicht massiv gegengesteuert wird, muss weltweit spätestens 2030 mit einer drastisch sinkenden Lebensqualität gerechnet werden. Nach einem Bericht des UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) für den Zeitraum 1990 bis 2000 konnte in 64 von 105 untersuchten Entwicklungsländern die Nahrungsmittelproduktion nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. So waren 2001 800 Millionen Menschen chronisch unterernährt, und über eine halbe Milliarde Menschen litten unter Wasserknappheit. Bis 2025 könnte sich diese Zahl verdoppeln. Ca. 25 Millionen Menschen sind bereits jetzt auf der Flucht vor Umweltkatastrophen und Ressourcenknappheit. Auch dadurch bedingt hat sich infolge eines rapiden Urbanisierungsprozesses die städtische Bevölkerung weltweit seit 1950 mehr als vervierfacht, von damals 733 Millionen auf heute knapp drei Milliarden. Aufgrund der damit hervorgerufenen Überlastungssituation „haben schätzungsweise 220 Millionen Stadtbewohner in der Dritten Welt keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, 420 Millionen keinen Zugang zu auch nur den einfachsten sanitären Einrichtungen, 600 Millionen sind ohne angemessenen Wohnraum und 1,1 Milliarden leiden unter gesundheitsgefährlicher Luftverschmutzung“ (Worldwatch Institute 2005, S. 97).

 

 

Im Näheren zeigt sich, dass die Bevölkerungsexplosion ein Phänomen ist, das diejenigen Weltregionen kennzeichnet, in denen vormodern-rückständig strukturierte, religiös-irrational normierte und repressiv-patriarchalisch geprägte Sozialordnungen vorherrschend sind, die eine starke Resistenz (Beharrungskraft) aufweisen.

Demgegenüber ist in den westlich-kapitalistischen Ländern, insbesondere in Europa und Japan, seit einiger Zeit ein Trend der Schrumpfvergreisung erkennbar, d.h. die Sterberate der einheimischen Bevölkerung liegt höher als die Geburtenrate, während gleichzeitig die durchschnittliche Lebenserwartung zunimmt. So wächst die Zahl der alten und sehr alten Menschen infolge der zunehmenden Lebenserwartung, während andererseits aufgrund eines längeren Trends relativ niedriger Geburtenraten die Zahl junger Menschen sinkt.

Wir können folglich einen gravierenden demographischen Grundwiderspruch in der Entwicklung der Weltbevölkerung feststellen: Eine Überproduktion von Nachkommen in den vormodern-nichtwestlichen Regionen vor allem in Afrika und Asien einerseits sowie eine Unterproduktion von Nachkommen in Europa und Japan andererseits.

Weiterlesen : https://www.journalistenwatch.com/2018/05/18/wie-supranationale-institutionen-die-soziokulturelle-zerstoerung-europas-betreiben/

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