Inge Steinmetz: Ich kann das Heucheln nicht mehr hören!

Symbolbild: Trauer, Fotoquelle: pxhere.com
Symbolbild: Trauer, Fotoquelle: pxhere.com

Sehr geehrter Herr Bermeitinger, gestern las ich Ihren Artikel in der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“. „Wir trauern um Susanna, wir trauern mit ihrer Familie“. So fängt der Artikel an. Für mich ist das Heuchelei!!! PUNKT. Dass man Mitleid hat, ja, unbedingt, aber TRAUERN??? Damit wird das Wort degradiert!!!!

Von Inge Steinmetz, Satirikerin

„Wir sind auch selbst in Trauer, denken an das Mädchen…..“ HEUCHELEI!!! „Am liebsten würde man schweigen. Aber die Zeiten, in denen die Menschen in stummer Trauer vereint waren, sind vorbei“ . WARUM tun Sie es nicht, also schweigen? An die Stelle von Trauer sei Lärm getreten, den sozialen Netzwerken sei Dank. Wohlgemerkt, den Artikel lese ich im Internet. Der Leichnam sei noch nicht identifiziert, die Hintergründe nicht bestätigt, da prasselt es Kommentare vom rechten Rand, schreiben Sie! Es würde getobt, gehasst werden, Zynismen die Runde machen. Viele gäben sich nicht die geringste Mühe, Mitleid zu zeigen, mitzufühlen, Trost zu spenden. WOHER wissen Sie, was diese Menschen fühlen? Weil sie inzwischen so wütend sind, dass sie sich Luft verschaffen, deshalb unterstellen Sie, Herr Bermeitinger, den Menschen, dass sie zu keinem Gefühl wie Mitleid fähig sind? Trost spenden! Sind Sie noch bei Troste??? Selbst einem Seelsorger wird es schwer fallen, die richtigen Worte zu finden, die den Angehörigen TROST spenden können. Wildfremde Menschen werden diesen Part ganz bestimmt nicht übernehmen können. Mitleid aussprechen ja, aber Trost spenden? Das halte ich für Selbstüberschätzung!

Die „vom rechten Rand“ wollen gar nicht viel wissen, außer dass es ein Iraker sei. „Mehr brauchen sie nicht“. Eine vergleichbare Tat mit deutschem Täter sei für sie (ich kann auch schreiben für uns, mich meinen Sie wohl auch!) uninteressant! Nein, mein lieber Herr Bermeitinger, SO sehe ich das nicht. Ich – oder wir – streite(n) nicht ab, dass es auch deutsche Täter gibt, ABER die können wir nicht ausweisen!!! Mit dieser Gefahr müssen wir leben. Und auch bei diesen Tätern erwarten WIR, „der rechte Rand“, dass der Staat, die Justiz mit voller Härte durchgreift und seiner Aufgabe gerecht wird. DARUM geht es momentan aber/also nicht. Es geht um Hunderttausende, nein inzwischen sind es Millionen Menschen, die unkontrolliert, ungerechtfertigt in unser Land gelassen wurden und werden, und dass kein Land der Welt auf solch eine Invasion – noch dazu von Menschen aus einem frauenfeindlichen Kulturkreis – vorbereitet sein kann und vielleicht auch gar nicht sein will! Und dass dieser Zustand Merkel und den Altparteien zuzuschreiben ist.

„Flüchtling? Moslem? Männlich? Jung? Müssen sie nun fürchten, ausgegrenzt zu werden, weil ein junger Mann aus dem Irak mutmaßlich dieses grausame Verbrechen begangen hat?“ Schön, dass Sie, Herr Bermeitinger sich in erster Linie Sorgen um diese Menschen machen! Wir machen uns in erster Linie Sorgen um uns und unsere Kinder! Nicht jeder kann oder möchte ein Gutmensch sein. Nicht jeder kann oder will auch heucheln. Vorsicht, Misstrauen sind nichts Schlechtes. Sie gehören zum Selbsterhaltungstrieb eines jeden Menschen und wenn man den Menschen das abtrainiert, dann passieren solche Fälle wie die von Maria, Mia, Mireille, Susanna und der (warum finde ich nirgendwo einen Namen?) Studentin aus Ahaus! Alle diese Mädchen hatten direkten Kontakt zu ihren Tätern, waren also keine Zufallsopfer auf der Straße!!!

Machen Sie weiter so, lieber Herr Bermeitinger, dazu aufzurufen, dass „es sich lohnt“ für jeden Einzelnen kein Misstrauen zu haben, (ob es sich für diese Mädchen gelohnt hat, wage ich zu bezweifeln), dann haben Sie demnächst wieder einen Grund im Artikel zu schreiben, dass Sie am liebsten schweigen würden.

Nicht jeder „sei nach so einer Tat imstande, nüchtern zu analysieren“. Gut, dass Sie das können! Die Mainzer würden sich „fürchten“, dass es zu einem neuen Kandel werden könnte. Nein, Herr Bermeitinger, das ist es schon!!! Denn auch aus Mainz ist ein Mädchen bestialisch ermordet worden! Oder fürchten sich die Mainzer gar nicht vor einer neuen Tat sondern vor Demonstrationen des „rechten Randes“? Davor, dass Deutschland erwacht und sieht, was hier schief läuft?

„Stille würde uns allen gut tun. Das Erinnern zählt. Das Trauern. Das Gedenken an Susanna und die Solidarität mit ihrer Familie. Das Furchtbare darf Mainz nicht verändern.“ Lieber Herr Bermeitinger, wenn ich diese Worte lese, dann frage ich mich, warum Sie kein Pfarrer geworden sind oder warum Sie nicht still sind!!! NEIN, nicht das Erinnern zählt. Es hilft uns nämlich auch nichts, wenn wir uns nur an das Dritte Reich ERINNERN, die Taten von damals. Es gilt neues Unrecht zu verhindern. Und deshalb hoffe ich, dass Mainz aufwacht, dass es sich verändert.

Herzlichst, nein, das nehme ich zurück, denn ich möchte ja nicht heucheln, Inge Steinmetz.

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