Russland ist an allem Schuld

Foto: Evgenii Sribnyi/ Shutterstock

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 Der Kreml dreht im sicheren Gefühl seiner Unantastbarkeit die Provokationsschraube gegen den Westen immer weiter. Europa darf Theresa May im Kampf gegen den Kreml nicht alleine lassen.

 Von Thomas Schlawig

 Die bösen Briten wollen die EU verlassen, aber gegen den noch viel böseren Putin sind sich die EU-Sozialisten plötzlich einig. Europa darf Theresa May im Kampf gegen den Kreml nicht allein lassen. Dabei greift man ganz tief in die schmutzige Trickkiste und vergreift sich gewaltig im Ton.

Was will sich die westliche demokratische Welt an Aggressionen aus Moskau noch alles gefallen lassen, bevor sie ihnen deutliche Grenzen setzt? In Syrien bombardiert Putins Russland unter zynischer Missachtung des Völkerrechts die Zivilbevölkerung und treibt so einen gnadenlosen Vernichtungs- und Vertreibungskrieg voran.

Das schlägt doch tatsächlich dem Faß den Boden aus. Der schwarze Mann im Weißen Haus hat diesen Krieg gegen Syrien angezettelt und Terroristen unterstützt, finanziell und mit Waffenlieferungen. Die gesamte „Koalition der Willigen“ hat dort unter Mißachtung des Völkerrechts jahrelang die Zivilbevölkerung bombardiert und Tausende Menschen getötet. Unter anderem hat sich auch die Bundesluftwaffe an diesem völkerrechtswidrigen Angriff mit Tornados beteiligt. Ohne UN-Mandat. Dafür hat „Merkel“ hunderte von Strafanzeigen kassiert, welche aber von der deutschen „Justiz“ nicht verfolgt werden. Ich schrieb hierbereits darüber. Die gesamte „Koalition der Willigen“ hat einen Angriffskrieg gegen ein souveränes Land geführt und nun stellt man tatsächlich Rußland als den Aggressor hin. Niemand darf vergessen, daß Rußland von Assad um Hilfe gegen den wahren Aggressor (USA, England, Frankreich) gebeten wurde und somit als einziges Land die Souveränität Syrien nicht mißachtet hat.

Selbst der Ultra-Linke Lafontaine, von dem ich naturgemäß nicht viel halte, hat der BILD Rußland-Hetze vorgeworfen.

Quelle: https://de.sputniknews.com/amp/politik/20180314319922904-lafontaine-antwortet-bild/

Die freie Journalistin und politische Kommentatorin Rania Khalek aus den USA hat ihre Meinung zur westlichen Berichterstattung über den Syrien-Krieg bei unseren Kollegen von „In The Now“ kundgetan und dabei kein gutes Haar am westlichen Mainstream gelassen. Die Berichterstattung zu Ost-Ghuta sei ein Paradebeispiel dafür, dass westliche Medien, statt Bericht zu erstatten, versuchen, eine Agenda zu promoten. Ihre Leser und Zuschauer würden sie dabei bewusst falsch informieren. Dazu ist dieses Video sehenswert.

Sie erklärt: „Ost-Ghuta steht in Wahrheit unter der Kontrolle einer Reihe extremistischer Gruppen – die stärkste ist Dschaisch al-Islam, oder auch Armee des Islam [genannt]. Dschaisch al-Islam ist eine dschihadistische Salafisten-Gruppe, die durch Saudi-Arabien unterstützt wird und die danach strebt, aus Syrien einen islamischen Staat zu machen. Diese militante Gruppe ist extrem sektiererisch und genauso bösartig in ihrer Rhetorik, ihren Methoden und ihren Zielen wie der IS. Der Gründer der Gruppe, der verstorbene Zahran Alloush, rief offen zu ethnischen Säuberungen gegen religiöse Minderheiten in Damaskus auf. Die Gruppe war dafür bekannt, öffentliche Hinrichtungen durchzuführen, und auch dafür, in Käfigen öffentlich Zivilisten, Frauen und Angehörige von Minderheiten als humanitäre Schutzschilde in den Straßen zur Schau zu stellen. Erst kürzlich wurde berichtet, dass Zivilisten, die aus Ost-Ghuta zu fliehen versuchten, von Kämpfern beschossen wurden, die verhindern wollten, dass sie in das sichere Regierungsgebiet fliehen können.“

In den westlichen Medien würden diese Extremisten aber als Freiheitskämpfer beschrieben, während die Opfer in den von der Regierung kontrollierten Gebieten nahezu totgeschwiegen würden, sagt Khalek. Deshalb sei die Mehrheit der Syrer auch sehr erzürnt über westliche Medien.

Der Schmierfink von der WELT, Richard Herzinger sollte besser schauen, was die „Bundesregierung“ zu dem Krieg gegen Syrien beiträgt indem sie Waffen an die Türkei liefert, obwohl der ausgeschiedene Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) im Februar mehrfach versichert hatte, daß seit Beginn der Syrien-Offensive ein kompletter Exportstopp für alle Rüstungsgüter in die Türkei gelte. Es ist eine dreiste Lüge.

Insgesamt gab es im Januar und Februar laut Machnigs Antwort 34 Exportgenehmigungen in die Türkei mit einem Wert von 9,7 Millionen Euro. Das ist fast schon ein Drittel des gesamten Exportvolumens des vergangenen Jahres von 34,2 Millionen Euro. Um welche Art von Rüstungsgütern es sich handelt, ist unklar. Neben Waffen wie Gewehre, Panzer oder Raketen sind beispielsweise auch unbewaffnete militärische Fahrzeuge oder Aufklärungstechnik Rüstungsgüter.

Weiter schreibt Herzinger, in der Ukraine macht der Kreml keine Anstalten, seinen in den Minsker Vereinbarungen eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen und seine getarnten Besatzungstruppen aus der Ostukraine abzuziehen – von der Revision seiner völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ganz zu schweigen.

Auch hier hat der Westen das Streichholz an der Lunte indem er eine „Regierung“ unterstützt, welche durch Putsch an die Macht gekommen ist. Ebenfalls mit Unterstützung des Westens. Auch  ist die Krim nicht völkerrechtswidrig annektiert worden, sondern die zu 97% aus Russen bestehende Bevölkerung hat sich in einem Referendum für den zu Rußland bekannt. Schlimm, daß der so genannte freie und demokratische Westen Referenden und Wahlen die ihm nicht in den Kram passen, nicht anerkennt. Aber dafür soll man nicht Putin verantwortlich machen.

Zu einer Einmischung in die amerikanische und die französische Präsidentschaftswahl, massive Desinformationsoperationen und Cyberangriffe gegen westliche Demokratien muß man nichts mehr sagen. Wer die amerikanische Präsidentenwahl zu manipulieren versuchte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Gott sei Dank sind diese Typen damit kläglich gescheitert und ich hoffe, daß es auch juristische Folgen haben wird. Selbst der Chaos Computer Club ist nicht davon überzeugt, daß hinter den Attacken Rußland steht und sagt dazu, Zitat: Im Falle von Fancy Bear kann man sich bislang etwa darauf stützen, dass sich kyrillische Schriftzeichen im Code finden, dass die Angreifer vor allem zu Moskauer Bürozeiten aktiv waren und dass die sehr gezielt angegriffenen Opfer oft im Konflikt mit Russlands Interessen stehen. Aber ist das ein Beweis? Hacker wissen, dass Hacker gern den Anschein erwecken, andere Hacker hätten etwas zu verantworten.

Ich glaube kaum, daß russische Hacker zu Moskauer Bürozeiten arbeiten und dabei auch noch kyrillische Schriftzeichen verwenden. Es wäre möglich, ist aber nicht nachgewiesen und solange das nicht der Fall ist, kann man munter weiter spekulieren. Natürlich paßt es hervorragend in die Rußland-Hetze, die ist allerdings keine Spekulation, die ist real.

So überrascht es nicht, dass der Kreml im sicheren Gefühl seiner Unantastbarkeit die Provokationsschraube gegen den Westen immer weiterdreht. Der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal auf britischem Territorium fügt sich in die Logik des Putin-Regimes, nach der die Fähigkeit zur straflosen Übertretung internationaler Regeln und Normen Ausweis seiner globalen Stärke sei.

Wenn jemand an der Provokationsschraube dreht, dann ist es der Westen. Die NATO steht mit Panzern vor der russischen Haustür und sollte froh sein, daß Putin sich nicht provozieren läßt. Oder vielleicht doch nicht? Mit dem Giftanschlag verhält es sich meiner Meinung ähnlich, wie mit den Cyber-Attacken. Dazu folgendes Fundstück:

Quelle: Facebook

Russlands Außenminister Sergej Lawrow verlangte am Dienstag Zugang zu den in Großbritannien sichergestellten Nervengift-Proben und warf London vor, sich nicht an die Vorgaben der Chemiewaffenkonvention zu halten. „Bevor uns jemand Ultimaten stellt, sollte er seine eigenen Verpflichtungen gemäß dem internationalen Recht erfüllen“, sagte Lawrow in Moskau.

Demnach hätte Großbritannien gemäß der Chemiewaffenkonvention eine offizielle Anfrage zu dem eingesetzten Nervengift schicken und Russland Zugang zu der Substanz gewähren müssen. Russland habe „über eine offizielle Note“ Zugang zu dieser Substanz und zu weiteren Ergebnissen der britischen Ermittler gefordert, sagte Lawrow. Die Anfragen seien aber abgelehnt worden. Russland sei im Fall Skripal „unschuldig“ und zur Zusammenarbeit bereit – wenn Großbritannien seinerseits kooperiere.

Der Herr Herzinger setzt seine Attacke fort, indem er schreibt: Konsequent pflegt es (Rußland), unbeeindruckt selbst von drückender Beweislast, jede Beteiligung an solchen Verbrechen kategorisch abzustreiten und die Vorwürfe zum Teil einer westlichen Verschwörung gegen Russland zu erklären. Es ist ein Schema, das aus anderen Fällen wie dem Abschuss der Passagiermaschine MH-17 über von prorussischen Kräften kontrolliertem ostukrainischem Gebiet sattsam bekannt ist.

Warum lehnt Großbritannien die Herausgabe einer Giftprobe ab? Was hat man dort zu verbergen? Kennt man ein derartiges Vorgehen nicht bereits vom Abschuß der koreanischen Verkehrsmaschine (MH 017) am 17.07.2014 über der Ukraine? Damals hatte der schwarze Mann im Weißen Haus, als die Trümmer der Maschine noch rauchten behauptet, Washington hätte 100-prozentige Beweise, daß hinter dem Abschuß Rußland steckt. Allerdings blieb er die Beweise schuldig, bis heute. Dafür legte Putin Radardaten vor, wonach sich in der Nähe der koreanischen Maschine zwei Kampfflugzeuge befunden hätten. Dazu die Analyse des ehemaligen Lufthansa-Flugkapitäns Peter Haisenko, wonach die Boeing zuerst von einer Luft/Luft-Rakete zwar getroffen, aber nur beschädigt wurde und weiterhin flugfähig war. Danach ist das Cockpit der Maschine gezielt mit 30 mm-Bordkanonen von beiden Seiten!!! beschossen und zerstört worden, worauf es zum Absturz kam.

Erdrückende Beweise (gegen Rußland) sehen anders aus. Der Abschuß von MH 017 ist nicht der einzige Vorfall, wenn es dem Westen darum ging unter einem erfundenen Vorwand einen Krieg anzuzetteln. Man denke an den Tonkin-„Zwischenfall“ und dem Beginn des Vietnam-Krieges, den erfundenen Giftgas-Angriff von Saddam Hussein, es folgten erfundene (inzwischen ebenfalls nachgewiesene) „Zwischenfälle“ in Libyen (Gaddafi) und Syrien (Assad).

Es ist also wahrlich keine neue Strategie des Westens um seinen „Gegnern“ etwas zu unterstellen um einen Kriegsgrund zu finden. Wenn man es ganz genau nehmen will, fallen darunter auch die Kriege von 1914 und 1939. Die alten Kriegstreiber sind somit auch die neuen. Weshalb sollte man denen noch Glauben schenken? Schlimm ist, daß sich Deutschland inzwischen auf die Seite der Kriegstreiber begeben hat und die Geschichte völlig ignoriert.

In der EU wie im gesamten Westen sollte man wirklich froh sein, daß Putin eine derartige Geduld hat, denn würde er in Bezug auf Wirtschaftssanktionen den Spieß umdrehen, würde ganz Europa frieren und die Wirtschaft im Chaos versinken. So viel Erdgas wie im vergangenen Jahr hat der russische Gaskonzern Gazprom noch nie nach Europa geliefert – nicht einmal zu Sowjetzeiten. Weit mehr als ein Drittel des europäischen Gasverbrauchs kommt inzwischen vom Staatskonzern aus Russland.

Der Gedanke umgedrehter Sanktionen ist den hetzenden „Politikern“ und „Journalisten“ in Deutschland und der EU vermutlich noch nicht gekommen.

Ich möchte wie schon oft betonen, daß ich alles andere als ein Rußland-Freund bin. Das hat persönliche und familiäre Gründe. Ich setze den gesunden Menschenverstand ein und höre auf ein gewisses Bauchgefühl. In den vergangenen Jahren hat sich die Welt um 180° gedreht. Das, was früher gut war bzw. was man für gut hielt, hat sich vollkommen ins Gegenteil verkehrt. Als die Welt noch durch den Eisernen Vorhange getrennt war, war vieles einfacher, zumindest schien es so. Auf der einen Seite der gute Westen und auf der anderen Seite die bösen Russen. Auf jeden Fall muß man den Amerikanern und dem Westen dankbar sein, sonst wäre der Westen nach der Berlin-Blockade unweigerlich den Russen in die Hände gefallen. Aber was sich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in der Welt abspielt, kann man nicht mehr mit gutem Gewissen gutheißen. Afghanistan, Jugoslavien, Irak, Kuwait, Libyen, Syrien, Jemen, Ukraine sind eindeutige Kriegsverbrechen an souveränen Ländern und deren Bewohnern. Und alle haben bzw. hatten dasselbe Ziel, ein Regime-Change herbeizuführen, „Diktatoren“ zu beseitigen und gegen gleichgesinnte Vasallen auszutauschen. Hauptgrund Öl, Gas und andere Bodenschätze unter eigene Kontrolle zu bekommen. Das haben die Briten übrigens bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Kuwait und dem damaligen Mesopotamien (Irak) so gehandhabt. Daraus resultieren noch die heutigen Konflikte. Und genau diesen Briten soll man heute Glauben schenken, sie wären die Guten und die Russen die Bösen? Leider hat die Mehrzahl der Menschheit eine erfolgreiche Gehirnwäsche durchlaufen und glaubt an diese Darstellung. Ich glaube nicht mehr daran.

„Es gehört zum Wesen des Krieges, daß seine wesentlichen Gründe und Ziele nicht dem entsprechen, was als casus belli proklamiert wird“ George Bernard Shaw

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