NOCH NICHT GANZ ABGESCHRIEBEN?

Guttenberg*-Comeback – 100% Zustimmung mit 100% AfD-Programm

Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg als Wahlkampfredner in seiner Heimat Oberfranken.
Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg als Wahlkampfredner in seiner Heimat Oberfranken.

Von HOLGER JOHANNES TENSCHERT | Richtige Rede. Richtige Zeit. Falsche Partei. Krisenbewähl-Tiger K.T. zu Guttenberg startete nun seine Mission als geläuterter Kurfürst zur unseligen Merkelkür 2017 in seiner ehemaligen politischen Heimat Kulmbach.

Ein scheinbar veritabler Coup von Crazy Horsts CDU-Appendi_Xen, um das Weltbild des unentschlossenen liberal-konservativen Wählers doch noch 5-vor-12 in Richtung der Christ-Spezialen Urnen „zurechts“ zu rücken. Vor allem hinsichtlich der unzähligen linksdrehenden Drehmomente Horst Drehhofers in der letzten Legislaturperiode.

Doch etwas stimmt nicht, die gewohnte Szenerie erinnert „unwill-kür-lich“ an die brachialen Bilder aus Ridley Scotts Science Fiction-Thriller „Alien – Die Rückkehr“:

Captain K.T. kehrt nach sechs Jahren in seiner Space-Force „Wahl-Farce Nr. 1“ auf einen Planetoiden zurück, der dem Deutschland aus dem Jahre 2011 täuschend ähnlich ist. In Wirklichkeit ist es der „Paste-and-Copy“-Planet Buntland, auf dem zwischenzeitlich eines der größten und unheilvollsten Experimente der Menschheitsgeschichte durchgeführt wurde. Gutti stellt fest, dass mittlerweile „Guttmenschen“ alle Mediensysteme beherrschen, an allen Hebeln der Machtmaschinerie sitzen und Millionen importierter Aliens die blutleeren Steuerklone in ihren buntlackierten Hamsterrädern aussaugen. Aus denen sie nicht entfliehen wollen oder schon lange nicht mehr können – das alte Deutschland wurde zum wüsten Planeten mit alienhaften wüsten Söhnen.

Captain K.T.’s Mission gegen „Mutter“

In dieser tristen Dystropie übernahm, exakt wie im Drehbuch der Oscar-gekrönten Alien-Serie, der Hauptcomputer „Mutter“ das Kommando. Konsterniert stellt Copy-Captain-Karl fest, dass es seine „Mutter“ ist, die ihn einst geschaffen – dann geschafft – gehasst – und gechasst hatte: Guttis „Mutti“.

Unbeirrt all dessen wischte sich der geflügelte Götterbote aus Connecticut nun den Sternenstaub von der Stirn und begann, Seehofers Stimmutanten mit den göttlichen Eingebungen für doch noch glücksverheißendere CSU-Zeiten zu stimulieren. Zu Guttenberg komme nach Deutschland als „mündiger Bürger, der sich Sorgen mache“ … da sind IM „Mutters“ Verfassungsdrohnen nicht mehr weit!

Donald und Mickey

Im Merkelsommer 2017 ist es strengstens geboten, jede öffentliche Rede mit einer Portion „Trumpinaden“ zu eröffnen, das wärmt die Herzen des Neidvolks und lenkt von den eigenen finanziellen Erfolgen des Redners ab. Donald Trump und Mike Pence – nicht einmal Fantasia-Schöpfer Walt Disney hätte es für möglich gehalten, dass die USA einmal „von Donald und Mickey“ regiert werden würden.

Danach ging’s in die zwar rhetorisch Karl-Theo-toretisch guten Ausführungen – mit folgenden Positionen in Kürze:

„Außen- und sicherheitspolitisch ist Europa eine einzige Farce!“ [Anm.: Sicherheitspolitsch ist Wehrdienst-Terminator K.T. daran gar nicht so unschuldig]

„Die Burka hat nichts auf unseren Straßen zu suchen“

„Bei der Integration ist es an jenen, die in unser Land kommen, unsere Kultur und unsere Werte zu akzeptieren – wir dürfen nicht weichkochen, was unsere gewachsene Kultur ist“

„Es ist an uns, unsere Kultur zu leben und zu bestimmen, sie offensiv nach außen zu tragen und sie nicht vorauseilend aufzugeben, um irgendwem einen Gefallen zu tun“

„Wenn andere zu uns kommen, dann können wir erbitten, unsere Verhaltensweisen anzunehmen“

„In unserem Land gehört es sich auch, einer Frau die Hand zu schütteln“

„Ein Christkindlmarkt ist kein Winterfest, ein Sankt-Martins-Umzug kein Lichterfest“

„Jeder, der das Recht auf Asyl in Deutschland habe, solle auch in den Genuss des Familiennachzugs kommen“ [Anm.: derzeit haben nur 0,5% der Zuwanderer Recht auf Asyl]

„Wer sein Bleiberecht verliert, weil er straffällig geworden ist, hat dieses Land zu verlassen“

„Es sei richtig, dass man die Beziehungen zu Russland wieder verbessern müsse“, Gazprom-Gerd sei dafür aber nicht der Richtige.

Und zu den Straßenschlachten beim G20-Gipfel: „Wer hat dafür eigentlich politische Verantwortung übernommen?“

„Und dazu dann das Verständnis-Gemurmel von jenen, denen Täterschaft wichtiger als Opferschutz ist“

Freiherr zu Guttenberg trug frei vor – er wolle nicht Gefahr laufen, eine „abgeschriebene Rede vorzutragen“, was für Gelächter sorgte. Demut tut immer gut.

Die unselige Plagiatsaffäre, befeuert durch Mutti und Ex-Dr. phil. Annette Schavan, beide CDU, scheint eine längst vergessene Jugendsünde des ambitionierten Familienvaters gewesen zu sein.

Wirklich?

Bei einem Blick ins AfD-Programm 2017 tauchen plötzlich verdächtige Parallelitäten bei den daraus 1:1 rezitierten Positionen auf. Auch in Delaware gibt es Fotokopierer …

Die CSU 2017 ist nicht mehr dieselbe. In München machen sich die „Christlichen“ mit holder Nächstenliebe und Nächstenhiebe zum Helfer und finanziellen Unterstützer der radikalen Linken, die beim Bürgerkrieg in Hamburg mitaufgemischt haben. Im Bund fördern CDU/CSU mit dreistelligen Millionenbeträgen die verbrecherische Antifa. Und wo war Judas Makkabäus Seehofer, als die Grenzen geflutet wurden, die Homo-Ehe und Heikos Zensurgesetz gegen die Meinungsfreiheit verabschiedet wurden? Er war im Keller – in der „H-Null“-Zentrale im Altmühltal und stellte dort die politischen Weichen „en miniature“.

Angesichts des Erstarkens von Petr Bystrons Bürgerlichen Bayern mit derzeit über 10 Prozent AfD-Zustimmung soll nun der freigeistige Freiherr als „weißer Ritter“ retten was zu retten ist. Anstatt weiteren substanzlosen Seehofer-Schrott zu schwurbeln, darf Copy-Carl schon mal auf den Positionen der einzige „Alternative“ in die Schlacht für Deutschland reiten. Als Helfer für „Mutters“ Helfershelfer.

Für die „Unhaltbaren“ steht jetzt Karl-Theodor im CSU-Wahlkampftor.

Ein Tor, wer Schlechtes dabei denkt.

*Soviel Zeit muss sein: Dr. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg. Der Promotionsentzug der Universität Bayreuth war nach objektiven Kriterien illegitim und auch durch „Mutter“ intrigiert. Hatte aber keinen Platz mehr in der Headline. Sorry an dieser Stelle.


PI-Gastautor Holger Johannes Tenschert studierte Rechtswissenschaften, Kommunikationswissenschaften und BWL in München und St. Gallen und ist als internationaler Manager tätig. Urgroßonkel Ludwig Thoma setzte den „Echten Bayern“ ein Denkmal in „Ein Münchner im Himmel“, er darf daher ungestraft daraus zitieren.