Ein Stromausfall auf dem verkehrsreichsten Flughafen der Welt löst Chaos aus
Ausnahmezustand am Flughafen von Atlanta: Wegen eines Stromausfalls fielen mehr als die Hälfte der Flüge aus, Reisende sassen stundenlang fest. Inzwischen ist der Flughafen Atlanta wieder am Netz.
Der Weihnachtsbaum in der Schalterhalle ist ein schwacher Trost. Experten zeigen sich schockiert darüber, dass ein Stromausfall aufgrund eines Brandes an einem einzelnen Ort derart massive Folgen haben konnte. (Bild: Erik S. Lesser / EPA)

Der Weihnachtsbaum in der Schalterhalle ist ein schwacher Trost. Experten zeigen sich schockiert darüber, dass ein Stromausfall aufgrund eines Brandes an einem einzelnen Ort derart massive Folgen haben konnte. (Bild: Erik S. Lesser / EPA)

(dpa) Nach Stunden ohne Strom und mehr als 1000 gestrichenen Flügen ist der Internationale Flughafen in der amerikanischen Stadt Atlanta wieder am Netz. Alle wesentlichen Bereiche hätten wieder Strom, teilte der Versorger Georgia Power am späten Sonntagabend (Ortszeit) mit. Der Flughafen Hartsfield-Jackson im amerikanischen Gliedstaat Georgia gilt als einer der verkehrsreichsten der Welt, er ist zudem ein wichtiges Drehkreuz.

Die Ursache für den totalen Stromausfall werde noch ermittelt, teilte der Stromversorger weiter mit. Beeinträchtigt waren unter anderem Gepäckbänder und die Gangways zu den Flugzeugen. Mehr als 1000 Flüge nach und von Atlanta mussten gestrichen werden, wie der Fernsehsender CNN berichtete. Mehrere tausend Passagiere sassen stundenlang in den Terminals im Dunkeln oder auf dem Rollfeld in Flugzeugen fest.

Der Bürgermeister von Atlanta, Kasim Reed, hatte am Sonntag (Ortszeit) gesagt, der komplette Zusammenbruch der Stromversorgung sei durch ein Feuer in unterirdischen elektrischen Anlagen des Flughafens ausgelöst worden. Der Brand brach demnach gegen 12 Uhr 30 (Ortszeit) aus, gegen 13 Uhr folgte der komplette Stromausfall.

Nichts ging mehr – und das für lange Zeit. Erst nach rund sechs Stunden gingen in einer ersten Wartehalle wieder die Lichter an. Rund zehn Stunden nach dem Ausfall teilte der Flughafenbetreiber mit, dass die meisten Bereiche des Flughafens wieder mit Strom versorgt seien – die festsitzenden Passagiere reagierten mit Applaus und Jubel, als das Licht wieder anging.

Experten zeigten sich schockiert darüber, dass ein solcher Vorfall an einem einzelnen Ort derart massive Auswirkungen haben konnte. So harrten Hunderte von Passagieren stundenlang in Maschinen auf dem Rollfeld aus. Wie eine in einem Flugzeug festsitzende CNN-Mitarbeiterin schilderte, gab es nach einiger Zeit an Bord kein Wasser mehr die Toiletten durften nicht mehr benutzt werden. Sie harrte nahezu sieben Stunden lang in dem Flugzeug aus.

Der totale Stromausfall am Internationalen Flughafen Hartsfield-Jackson in der US-Stadt Atlanta hat Chaos im US-Flugverkehr ausgelöst. Grund für den Blackout am Sonntag war ein Feuer in unterirdischen elektrischen Anlagen des Flughafens. (Bild: Branden Camp / AP)

Feuerwehren und Bodendienste befreiten die eingeschlossenen Passagiere in stundenlanger Arbeit aus den Maschinen, die auf den Rollbahnen standen. Hunderte von gelandeten Jets warteten dort auf Abfertigung.

Auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung wird sich der Ausfall noch tagelang auf den Flugverkehr auswirken. Allein Delta Airlines sagte bereits 300 Flüge am Montag ab. Auf dem Airport Atlanta starten oder landen jeden Tag 2500 Maschinen – mit durchschnittlich 275 000 Passagieren. Ein halbtägiger Ausfall führt zu einem Riesenstau, der erst nach und nach abgebaut werden kann.