Der Spiegel nannte sich 1962 das „Sturmgeschütz der Demokratie“, nachdem es durch seine investigative Reportage mit dem Titel „Bedingt abwehrbereit“ davor gewarnt hatte, dass die Bundeswehr nicht ausreichend für einen atomaren Erstschlag der Sowjets gerüstet sei. Damals hatte diese Kritik an der Rüstungspolitik von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß zur sogenannten „Spiegel-Affäre“ geführt, die das Blatt über Nacht international bekannt machte und letztlich zum Rücktritt von Strauß führte.

Heutzutage muss man dieses Magazin aber eher „Sturmgeschütz der journalistischen Zensur“ nennen, seit es in einem bisher beispiellosen Fall einer Zwangsmaßnahme das Buch „Finis Germania“ von seiner Bestsellerliste strich. In diesem Buch beschreibt der renommierte Geschichtsprofessor Rolf Peter Sieferle die Situation, in der sich die Deutschen befinden: vom »Deutschen Sonderweg« und der »Siegerperspektive« über »Politiker und Intellektuelle« bis zur »Logik des Antifaschismus«. Laut Beschreibung des Antaois-Verlages bringt Sieferle eine kaum zu widerlegende Ausweglosigkeit zur Sprache, die aus konservativer Sicht verheerende Gemengelage aus demographischer und kultureller Schwäche, Schuldkult und geistiger Okkupation, mangelndem Widerstandsmut und Selbstverachtung. Dies übersteigt offensichtlich den engen Horizont der in Hamburg sitzenden dunkelroten Redaktion, und so eleminierten die Blockwarte der politischen Korrektheit das Buch einfach von Platz 6.

Quelle: Das Sturmgeschütz der journalistischen Zensur | PI-NEWS