Sahra Wagenknecht. Bild: Flickr / DIE LINKE Nordrhein-Westfalen CC BY-SA 2.0
Sahra Wagenknecht. Bild: Flickr / DIE LINKE Nordrhein-Westfalen CC BY-SA 2.0

Sammlungsbewegung – Neue Hoffnung für die Linke?

Im Gegensatz zur Rechten können die Linken ihren gesellschaftlichen Einfluss nicht ausbauen. Eine linke Sammlungsbewegung soll nun Abhilfe schaffen. Dabei liegen die Themen auf der Straße. Nur muss die Linke lernen, dem Volk aufs Maul zu schauen, statt ihm über den Mund zu fahren.

Von Rüdiger Rauls

Die Sammlungsbewegung ist eine Kopfgeburt.

Diese Idee geht besonders auf Teile der untereinander zerstrittenen Partei Die Linke zurück. Sie ist als Reaktion zu verstehen auf diese innere Zerstrittenheit und die schwindende Bedeutung der Partei in der Gesellschaft. Diese Kräfte scheinen zu merken, dass man mit dem eigenen bisherigen Auftreten angesichts der Probleme wie der zunehmenden Kriegsgefahr, aber auch der Flüchtlingsfrage nicht weiter kommt. Ihre Politik zeichnete sich bislang dadurch aus, dass man einerseits die Regierung und die Kanzlerin als unfähig darzustellen versuchte, eben ganz normale Oppositionsarbeit. Man erging sich im Entlarven und Anprangern der Regierung und des Kapitalismus.

Andererseits entwickelte man Konzepte, wie die Gesellschaft verändert werden sollte. Man glaubte mit alternativen Ideen sowohl den Nachweis erbringen zu können, dass man selbst alles besser machen könnte, wenn man denn die Macht hätte, als auch einen Ausblick in eine bessere Gesellschaft zu geben. Die Fehler, die man in der Arbeit der Regierung zu erkennen glaubte und kritisierte, wurden zurückgeführt auf individuelles Versagen beziehungsweise mangelnde Kompetenz oder gar charakterliche Defizite der Handelnden.

Dagegen stellte man eigene Forderungen, was anders oder besser gemacht werden müsse angesichts der Fehlentwicklungen, die man in der Gesellschaft zu beobachten glaubte. Aber bisher stellte man sich nicht die Frage nach der Grundlage der eigenen Konzepte und Vorschläge. Wie kamen solche Forderungen zustande? Handelte es sich dabei überhaupt um Forderungen, die dem Interesse der Bevölkerung, hier im Besonderen der Arbeiterklasse, entsprangen? Oder waren es doch eher Ideen, von denen man annahm, dass sie den Interessen der „kleinen Leute“ entsprechen müssten? Betrieb man also wie die anderen Parteien eine klassische Stellvertreterpolitik, nur eben eine linke?

Es zeigte sich doch, dass man weniger dem Volk aufs Maul schaute, wie Luther es gefordert hatte, als dass man ihm mehr das in den Mund legte, was man gerne hören wollte. Dementsprechend schwach war und ist die Unterstützung aus der Bevölkerung. Besonders was die Flüchtlings- und Genderpolitik angeht, treffen manche Vorschläge aus den Reihen der Linkspartei auf wenig Gegenliebe oder gar Unverständnis in der Bevölkerung. Sie sind geboren aus idealistischen Vorstellungen über die Wirklichkeit statt aus der materialistischen Analyse der Realität.

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