EZB-Draghi

EZB kapituliert vor Banken-Zeitbombe

Die Eurozonen-Banken sitzen nach wie vor auf gewaltigen Bergen an uneinbringbaren Krediten. Doch offenbar hat die EZB kapituliert.

Von Marco Maier

Rund zehn Jahre nach Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise sitzen die Banken der Eurozone nach wie vor auf einem gewaltigen Berg an uneinbringbaren Krediten. Insgesamt sind es rund 930 Milliarden Euro, die noch in den Bilanzen stecken, wobei die italienischen Banken mit knapp 200 Milliarden Euro Spitzenreiter sind, gefolgt von Frankreich mit rund 140 Milliarden Euro, Spanien mit knapp 110 Milliarden Euro und Griechenland mit ebenfalls mehr als 100 Milliarden Euro.

NPLs eurozone value

Betrachtet man jedoch das Verhältnis zwischen diesen „Non Performing Loans“ (NPL) mit der gesamten Kreditsumme der Banken, verschiebt sich das Ganze ein wenig. Dann führt Griechenland mit rund 47 Prozent vor Zypern mit etwa 34 Prozent die Statistik an. Den dritten Platz belegt hierbei Portugal mit etwa 18 Prozent. Die Italiener liegen hier mit etwa 12 Prozent nach Irland auf dem sechsten Platz.

NPLs reuters

Reuters berichtete nun, dass die EZB es erwäge, jene Regeln aufzuheben welche die Banken dazu zwangen, mehr Geld beiseite zu legen um so die Ausfälle abdecken zu können. Das heißt: Die Europäische Zentralbank kapituliert nun endgültig vor den Geschäftsbanken und drängt nicht mehr auf eine Resolution für die faulen Kredite, weil es einfach keine tragfähige Lösung für das Problem gibt.

Kein Wunder also, dass vor allem die Regierungen der Hochrisikoländer darauf drängen, die sogenannte Bankenunion – gegen den Widerstand Deutschlands und anderer Länder – auf den Weg zu bringen. Immerhin sind vor allem die südeuropäischen Banken eigentlich längst schon insolvent, da deren Eigenkapital nicht ausreicht, um die Verluste zu decken.

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