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J.Damm

 

Warum ein Kreuzberger Cafe keine AfD-Anhänger bewirten will – Linkes „Denken“ jenseits der Logik

Am 03. Junit twitterte die Wirtin des Cafe Rizz in Kreuzberg: „Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin dass Nazis generell inkl. zur Fußball WM bei uns nicht willkommen sind. Und damit meinen wir ausdrücklich Anhänger der AfD #WM2018 #Russia2018 #FIFAWorldCup #Berlin #Kreuzberg #gauland #noafd #nonazis“ Der Tweet sorgte für kräftigen Zoff im Web. Mancher glaubte sich gar ans Dritte Reich erinnert, wo Personengruppen wie Juden auch plötzlich überall unerwünscht waren.

Verweist dieser Tweet also nur auf übereifrigen Konformismus? Oder beruht diese Aussperrung (inklusive der diffamierenden Gleichsetzung von AfD-Anhängern mit Nazis) auf einer schlimmen Erfahrung? Darauf deutet zumindest die Redewendung „Aus gegebenem Anlass…“. WElcher Anlass also? Jetzt sprach die Wirtin mit dem Berliner Tagesspiegel und setzte alle Regeln der Logik außer Kraft.

Tatsächlich gab es in dem Cafe zwei Vorfälle. Der erste: Bei einer Übertragung des Champions-League-Finales stand ein Gast direkt vor dem Bildschirm. Ein anderer rief daraufhin: „Du schwule Sau, hau’ ab da!“ Es kam zum Streit zwischen den beiden. Die Wirtin warf beide hinaus.

Zweiter Vorfall: Eine junge Frau mit Downsyndrom, Stammkundin des Cafes und Fan des Hertha BSC-Stümers Salomon Kalou, werde regelmäßig laut, wenn ihr Idol ein Tor schoßt oder gefoult wurde. Einmal habe ein Gast die Wirtin gefragt, ob „man das nicht abstellen könnte“. Unklar bleibt, ob er mit „das“ die junge Frau selbst oder ihr Kreischen gemeint hat. Die Wirtin vermutete wahrscheinlich letzteres und warf den Gast hinaus.

Fazit: In beiden Fällen haben zwei Gäste jeweils andere Besucher diskriminiert. Dieses Verhalten verdient heftige Gegenreaktion, keine Frage. Aber: Wer waren diese zwei Typen? Waren es ausgewiesene Nazis oder AfD-Anhänger? Nein, keineswegs. Das behauptet die Wirtin auch gar nicht. Es wäre auch unwahrscheinlich, dass sich AfD-Anhänger in der linken Kreuzberger Szene tummeln. Die beiden dürften eher Rot-Grün-Wähler gewesen sein. Aber woher dann der Zusammenhang mit dem Tweet?

Ganz einfach: „Früher“, in der guten alten Zeit, vor der AfD – glaubt die Wirtin – habe es sowas nicht gegeben: „Seitdem die Partei Zuspruch erhalte, hätten sich bei ihr in der Bar die Gepflogenheiten massiv verändert, vor allem beim Fußballgucken.“ Beide Pöbel-Gäste sind also Opfer einer allgemein-faschistoiden Verrohung, die von der AfD angekurbelt wurde?… Au weia! Über solch „indirekte Beweisführung“ kreiert man „Nazis“.

„Wir wollen unser altes Publikum behalten“, sagt die Rizz-Wirtin. Wird schwierig. Denn in Kreuzberg läuft Gentrifizierung. Da kaufen Hipster & Co. sich inzwischen gern eine Eigentumswohnung. Die werden die künftigen Gäste sein! Und die wählen überwiegend links-grün… Die beiden Fieslinge waren womöglich schon deren Vorhut

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