offene Bürgermeinungen aus Sachsen-Anhalt

Deutschland, ewig Tätervolk? Was einem CDU-Bürgermeister passiert, der dem widerspricht

In Lüneburg steht ein Gedenkstein der Wehrmacht im Zentrum des linken Kreuzzugs gegen die eigene Geschichte. Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf (CDU) geriet in die Schusslinie. LINKE fordern seinen Kopf. Die lokalen Vertreter der Merkel-Partei geben ihn offenbar auch her.

Am Donnerstag berät der Stadtrat Lüneburg den Antrag der LINKEN auf „Abberufung von Bürgermeister Dr. Scharf“. Dieser verstieß gegen das oberste Gebot eines jeden BRD-Politikers: Du sollst keinen Versuch unternehmen, Deutschland für seine Vergangenheit zu vergeben!

Am 2. Januar stieß Scharf auf einen YouTuber, als dieser ein Video vor einem Gedenkstein drehte, der 15.000 an der Ostfront in der Nähe von Minsk gefallenen Soldaten der 110. Infanterie-Division aus Lüneburg gedenkt. Vor dem mit dem Schriftzug „Deutsche Täter“ beschmierten Denkmal entstand ein ehrliches Gespräch über Erinnerungskultur und dem Versuch linker Kräfte, den Stein wegzuschaffen, wie Scharf deutlich kritisiert.

„Nicht alle deutschen Soldaten waren Faschisten“

Relativierte Scharf dabei die NS-Zeit, wie ihm heute vorgeworfen wird? Nein. Der Bürgermeister weist im Video sogar auf eine in unmittelbarer Nähe angebrachte Gedenktafel hin, auf der steht, dass Einheiten der 110. Division im Frühjahr 1944 „bei Kriegsverbrechen in Ozarichi (Weißrussland) beteiligt“ gewesen seien.

Heute ginge es beim Gedenken jedoch vor allem darum, „ein Zeichen der Versöhnung“ zu senden, so Scharf, ein Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs. Beim Gezeter der LINKEN gehe unter, dass der Bürgermeister erst im vergangenen August Zeitzeuginnen aus Osaritschi empfing, die das genauso sähen.

Das Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg berichtet über den Besuch der Weißrussinnen wie folgt:

„Gräueltaten sind passiert, man kann sie nicht wegdiskutieren“, sagte Scharf, der auch eigene Kriegserlebnisse in seine Rede einflocht. Demgegenüber stünden aber auch Zeichen von Mitmenschlichkeit und Mitgefühl. Über all dies zu sprechen sei der einzige Weg zur Versöhnung. In diesem Zusammenhang zeigte er sich sehr beeindruckt von einem Zitat, das er von der Leiterin der Reisegruppe, Valentina Schischlo, gelesen habe. Befragt von einer Zeitung über ihre ersten Tage in Deutschland sagte sie: „Unsere eisigen Herzen sind weicher geworden.“ (…)

Auch Valentina Schischlo ordnete in ihren Worten die damaligen Geschehnisse ein und unterstrich – so die Übersetzung: „Nicht alle deutschen Soldaten waren Faschisten, es waren auch ganz normale Deutsche, die ihre Familie liebten und keinen Krieg wollten“.

Also doch nicht alles „Deutsche Täter“? Von „weicher gewordenen eisigen Herzen“ wollen nun vollends durchdrehende linke Kräfte im Stadtrat nichts hören und nichts sehen. Sie werfen Scharf die „Instrumentalisierung der Opfer von Nazi-Verbrechen“ in Osaritschi vor. Der Bürgermeister öffne „jeder Form des Geschichtsrevisionismus und Hetze gegenüber Opfern der NS-Zeit Tür und Tor“, schreibt Thorben Peters, Mitglied im Kreisvorstand.

Stadtratsmitglied David Amri sekundiert: „Die persönliche Geschichte von Herrn Scharf als Zeitzeuge des Krieges ist zu respektieren. Sie darf aber nicht zur Rechtfertigung von relativierenden Aussagen zur Wehrmacht herangezogen werden. Herr Scharf muss von seinem Amt als Bürgermeister zurücktreten.“

Bild J.Damm

Zusätzliche Schnappatmung verschafft den selbsternannten Antifaschisten im Lüneburger Stadtrat, dass es sich beim YouTuber, mit dem Scharf ins Gespräch kam, um den sogenannten Volkslehrer Nikolai N. handelt – einem Berliner Grundschullehrer, dem das Establishment Volksverhetzung, Reichsbürgertum, das Anhängen von Verschwörungstheorien, und, und, und vorwirft. Das Treffen sei zufällig entstanden, beteuert Scharf. Von der Identität des Filmenden, dem er die Erlaubnis gegeben hätte, seine Worte weiterzuverwenden, habe dieser aber nichts gewusst.

Offenbarungseid der Merkel-Partei

Während die LINKE den Fall als Vorwand verwendet, um dem Steuerzahler umgehend ein sogenanntes Forum Erinnerungskultur aufzudrücken, weil dieser zeige, dass es „in Lüneburg einen großen Gesprächsbedarf“ gebe (Amri), fiel dem CDU-Mann inzwischen seine eigene Partei in den Rücken.

Auf Landeszeitung.de (LZ) liest man am 23. Januar vom sofortigen Rücktritt des CDU-Fraktionschefs im Lüneburger Rat, Niels Webersinn. Zur Erklärung heißt es:

Der 37-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus einer Indiskretion, die über das Wochenende die Lüneburger Christdemokraten erschüttert hat. Die LZ zitierte in ihrer Sonnabendausgabe aus dem Gesprächsverlauf einer fraktionsinternen WhatsApp-Gruppe. Aus dem der Redaktion anonym zugespielten Dokument geht hervor, dass ein vorzeitiger Rückzug von Dr. Gerhard Scharf innerhalb der CDU-Fraktion ernsthaft erwogen wird. Der Bürgermeister steht seit Tagen wegen seiner umstrittenen Äußerungen gegenüber einem rechten Blogger in der Kritik. (Hervorhebung durch COMPACT)

„Das macht mich natürlich nicht glücklich, dass jemand dies öffentlich gemacht hat“, wird der ertappte CDU-Sproß bei der LZ zitiert.

Macht nichts, Niels. Von deiner Parteichefin gibt es für dieses Verhalten bestimmt eine lobende SMS. Wer dermaßen auf Linie ist, sich im Nu von jeder Solidarität befreien und vorauseilend dem neolinken Zeitgeist unterordnen kann, auf den wartet im Ende vielleicht sogar noch eine große Karriere bei der Stasi 2.0.

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